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Resolution
Mit großer Sorge beobachtet die Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen (IGB) eine Abkehr der politischen Kräfte von den Zielen der Landschafts- und Kulturpflege, für die sich die IGB in den drei Jahrzehnten ihres Bestehens eingesetzt hat.
Verfall erhaltenswerter Häuser, Auflösung identitätsstiftender Dorfstrukturen, wild wachsende Neubaugebiete, sinnloser Abriss von Häusern, nur weil sie nicht ins Konzept passen und „im Wege stehen“, eine nahezu ungebremste Umwandlung der Kultur- in eine Industrielandschaft sind nur einige Beispiele, die die Situation beschreiben.
An der Kleinteiligkeit orientierte Förderprogramme wurden eingestellt.
Die Mittel für den Denkmalschutz befinden sich auf einem Tiefststand.
Anreize für die Denkmalerhaltung sind nur noch auf den steuerlichen Sektor reduziert.
Denkmalschutz wird als Investitionshemmnis und als Wachstumsbremse diffamiert.
Dabei wird übersehen, dass Denkmalschutz und -erhaltung nicht nur einen hohen Stellenwert für die Identität unserer Landschaft haben, sondern auch Grundlage sind für die Attraktivität im Tourismusbereich, einem der wesentlichen Wirtschaftsfaktoren unseres Landes, sind.
Dieser Entwicklung wollen wir nicht tatenlos zusehen!
Wir fordern daher die politischen Kräfte auf allen Ebenen auf:
• die historisch gewachsene Kulturlandschaft und das darin eingebettete historische Bauerbe vor der leichtfertigen Zerstörung zu schützen und ihre Erhaltung zu fördern, die Landschaft vor einer flächendeckenden Beanspruchung für erneuerbare Energie-Anlagen zu bewahren und bei der Planung die schützenswerten Gegebenheiten stärker zu berücksichtigen.
• die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass historische Gebäude nicht als Strafe begriffen werden. Denn sie sind die Hüllen unserer Geschichte und auch der Geschichten der Menschen, die darin gelebt haben. Die Erhaltung muss für alle Eigentümer tragbar sein und durch Förderprogramme, die auch wirtschaftsfördernd wirken, unterstützt werden.
• die Denkmalbehörden auf Landes- und Kreisebene mit den erforderlichen personellen und finanziellen Mitteln auszustatten, damit sie die gesetzlich verankerten Aufgaben erfüllen können. Dazu gehört z. B. die immer noch nicht abgeschlossene Erfassung denkmalwürdiger Gebäude im ganzen Land.
• die Qualität in der Architektur und in der Stadtplanung zu garantieren. Es geht uns neben dem historischen Bestand auch um die Neubebauung. Dabei sind Erhaltungs- und Gestaltungssatzungen unverzichtbar. Für öffentliche Gebäude müssen Wettbewerbe zwingend vorgeschrieben werden, um Qualität und Kosten zu optimieren.
Husum, am 23. April 2010
Hans-Georg Hostrup, Vorsitzender
Die vorstehende Resolution wird unterstützt von folgenden Verbänden und Institutionen:
Interessengemeinschaft Bauernhaus. e.V. (IGB) Am Sande 2, 28865 Lilienthal (6.500 Mitglieder, bundesweit),
Dr. Dietrich Maschmeier, Vorsitzender
Verein Nordfriesisches Institut e.V. (Mitgliederversammlung), Süderstr. 30, 25821 Bräist/Bredstedt, Tede Boysen, Vorsitzender
Heimatbund Landschaft Eiderstedt e.V. Altes Rathaus 25836 Garding, Hans Meeder, Vorsitzender
Museum der Landschaft Eiderstedt, Olsdorfer Str. 6, 25826 St. Peter-Ording, Vorsitzender Dr. Dieter Undeutsch,
Landschaft Stapelholm e.V.; Verein zur Förderung von Landschaft, Dorf und Kultur, Eiderstraße 5, 24803 Erfde-Bargen, Arno Vorpahl, Vorsitzender
Tourismus Zentrale Eiderstedt e. V. Markt 26, 25836 Garding; Vorsitzender Ranjet Biermann
Interessengemeinschaft Baupflege (IGB) Angeln e.V., Hoheluft 1, 24881 Nübel, Berndt Lassen, Vorsitzender
Förderverein für Kunst und Kultur e.V. altes Rathaus Garding, Klaus Dreyer, Vorsitzender
Eiderstedter Forum, Norderstr. 11, 25881 Tating, Beate Leibrandt, Vorsitzende