Der Haubarg, der vom Beginn des 17. Jahrhunderts konzentriert in der Landschaft Eiderstedt gebaut wurde, ist ein Gulfhaus. Das bedeutet, die Ernte wird nicht auf dem Dachboden, sondern erdlastig im Vierkant der tragenden Ständer gelagert.
Das mächtige Dach wird überwiegend von dem ausgeklügelten, Holz sparenden Ständergerüst getragen.
Niederländer, die in der Landschaft Eiderstedt, vom Gottorfer Herzog angeworben, mit Geld und Know-how im Deichbau und in der Entwässerung der Marschen tätig waren, bauten die ersten Haubarge, deren Bauprinzip sie aus ihrer Heimat, der niederländischen Provinz Noordholland, mitbrachten.
Die IG Baupflege plant gemeinsam mit dem Heimatbund der Landschaft Eiderstedt die Herausgabe einer Buchreihe zum Thema Haubarge.
Im MAUERANKER 3/2011 erscheint ein Aufsatz von Otto Knottnerus: "Haubarg, Barghaus, Bargscheune und ihre mittelalterlichen Vorläufer - Materialien zur Vorgeschichte der Gulfscheune" mit einem sehr umfangreichen Literaturverzeichnis.
Abb. 1 Haubarg in Eierstedt zum Wohnen genutzt
Abb. 2 Der Wirtschaftsteil ist unverändert erhalten
Abb. 3 Der Rote Haubarg von Osten
Abb. 4 Ursprünglicher Grundriß des Roten Haubarg
Abb. 5 Erntelagerung erdlastig - im Vierkant auf dem Boden (nach G. Wolf)