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Resolution
Die Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen e.V. ruft das Stadtverordnetenkollegium der Stadt Husum dazu auf, den geplanten Abbruch des Ladenpavillons Süderstr. 1a zu verhindern und sich für dessen dauerhafte Erhaltung einzusetzen.
Der 1949/50 erbaute Pavillon ist ein besonders frühes und gelungenes Beispiel für die Wiederaufnahme von ‚Leitformen’ der Moderne der Zwanziger Jahre in der Nachkriegszeit. Für die großzügige, schwungvoll um die Ecke herumgeführte Betonhohlkehle, aus der abends die Firmenschriftzeichen von hinten angestrahlt werden, gibt es hierzulande keine Parallelen. In den Architekturformen wie in der für jene Jahre raffinierten Beleuchtung – die Eingänge wurden abends indirekt aus (noch erhaltenen) Lichtkästen erleuchtet – dokumentiert sich der damalige Wille zu einem modernen Neuanfang.
Der Pavillon verfügt gleichzeitig über große städtebauliche Qualitäten: Das niedrige Gebäude tritt hinter die Flucht der Kirchenmauer und der Süderstraßenbebauung zurück; damit belässt es der Marienkirche ihre Dominanz. Der dadurch entstandene kleine ,Vorplatz’ an der Süderstraße leitet wie selbstverständlich in den Treppengang zwischen Marienkirche und Altenbegegnungsstätte über. Durch die geringe Höhe des Pavillons bleibt die stattliche Rückfront der Altenbegegnungsstätte (der ehemaligen Asmussen-Woldsenschen Warteschule) gut sichtbar, der Garten – eine Oase in der Stadt – wird nicht verschattet.
Der Pavillon steht dort, wo bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts die Gelehrtenschule gestanden hat. Diese wurde abgebrochen, als an der Südseite der Süderstraße die spätere Hermann-Tast-Schule entstand. Danach blieb das Grundstück unbebaut. Erst der Pavillon hat die Lücke geschlossen – auf eine Art, die an dieser empfindlichen Stelle im Stadtbild nur als vorbildlich bezeichnet werden kann.
Der Pavillon Süderstr. 1a wurde 1949/50 erbaut nach den Plänen des Baumeisters Werner Thordsen, über den wir wenig wissen. Auch die IG Baupflege hat sich dafür eingesetzt, dieses kleine, bescheidene Gebäude, das zugleich eine so starke Ausstrahlung hat, unter Denkmalschutz zu stellen.
Warum? Es ist ein besonders frühes und besonders gelungenes Beispiel für die Wiederaufnahme von Leitformen der modernen Architektur der zwanziger Jahre in der Nachkriegszeit. Für die um die Ecke herumgeführte Betonhohlkehle, aus der abends die Firmenschriftzeichen von hinten angestrahlt werden, gibt es in Schleswig-Holstein keine Parallelen. Solche Formen sah man in den zwanziger Jahren z.B. bei Kinobauten; die ganze „Lichtregie“ bei diesem Gebäude – die Eingänge wurden bei Dunkelheit indirekt aus Lichtkästen beleuchtet – deutet möglicherweise daraufhin, dass der Architekt sich von Kinoarchitektur hat inspirieren lassen.
Eine moderne Architektur in diesem Sinn gab es bis dahin nicht in Husum. Der Pavillon scheint eine Art Initialzündung gewesen zu sein; denn wenig später erfolgte die Bebauung des ZOB in modernen Formen, ebenfalls mit „runden Ecken“. In diesen Bauten dokumentiert sich der damalige Wille zu einem modernen Neuanfang, mit den bescheidenen Mitteln, die damals zur Verfügung standen.
Ein weiterer, wichtiger Punkt sind die städtebaulichen Qualitäten des Pavillons: Das niedrige Gebäude tritt hinter die Flucht der Kirchenmauer und der Süderstraßenbebauung zurück; damit belässt es der Marienkirche ihre Dominanz. Es ensteht dadurch an der Süderstraße ein kleiner ,Vorplatz’, der ganz selbstverständlich in den schönen Treppengang zwischen Marienkirche und Altenbegegnungsstätte überleitet. Durch die geringe Höhe des Pavillons bleibt die Rückfront der Altenbegegnungsstätte (die ehemalige Asmussen-Woldsenschen Warteschule) gut sichtbar; der Garten – eine regelrechte Oase in der Stadt – wird nicht verschattet. Dieser Garten geht übrigens auf die Asmussen-Woldsen-Stiftung zurück, die etwa 1873 hinter der Warteschule einen „Spiel- und Schmuckplatz“ hat anlegen lassen, mit einer neugotischen Backsteinmauer an der Ostseite. Diese Mauer ist immer noch vorhanden. Zuvor hatten auf diesem Gelände die alte Gelehrtenschule und ein weiteres Schulgebäude gestanden. Der „Spiel- und Schmuckplatz“ blieb bis 1949/50 unbebaut. Für den Bau des Pavillons wurde ein kleiner Teil dieser Fläche in Anspruch genommen; die Art wie er sich an dieser empfindlichen Stelle in das Stadtbild einfügt, kann man nur als vorbildlich bezeichnen .
Im Juni 2010 war der Pavillon auch Thema eine Artikels in den Husumer Nachrichten.
Lesen Sie zum Thema auch diesen Artikel sowie den Bericht aus den Husumer Nachrichten.
Außerdem wurde der Pavillon im Husumer Jahresrückblick 2009 vorgestellt.
Resolution
Mit großer Sorge beobachtet die Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen (IGB) eine Abkehr der politischen Kräfte von den Zielen der Landschafts- und Kulturpflege, für die sich die IGB in den drei Jahrzehnten ihres Bestehens eingesetzt hat.
Verfall erhaltenswerter Häuser, Auflösung identitätsstiftender Dorfstrukturen, wild wachsende Neubaugebiete, sinnloser Abriss von Häusern, nur weil sie nicht ins Konzept passen und „im Wege stehen“, eine nahezu ungebremste Umwandlung der Kultur- in eine Industrielandschaft sind nur einige Beispiele, die die Situation beschreiben.
An der Kleinteiligkeit orientierte Förderprogramme wurden eingestellt.
Die Mittel für den Denkmalschutz befinden sich auf einem Tiefststand.
Anreize für die Denkmalerhaltung sind nur noch auf den steuerlichen Sektor reduziert.
Denkmalschutz wird als Investitionshemmnis und als Wachstumsbremse diffamiert.
Dabei wird übersehen, dass Denkmalschutz und -erhaltung nicht nur einen hohen Stellenwert für die Identität unserer Landschaft haben, sondern auch Grundlage sind für die Attraktivität im Tourismusbereich, einem der wesentlichen Wirtschaftsfaktoren unseres Landes, sind.
Dieser Entwicklung wollen wir nicht tatenlos zusehen!
Wir fordern daher die politischen Kräfte auf allen Ebenen auf:
• die historisch gewachsene Kulturlandschaft und das darin eingebettete historische Bauerbe vor der leichtfertigen Zerstörung zu schützen und ihre Erhaltung zu fördern, die Landschaft vor einer flächendeckenden Beanspruchung für erneuerbare Energie-Anlagen zu bewahren und bei der Planung die schützenswerten Gegebenheiten stärker zu berücksichtigen.
• die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass historische Gebäude nicht als Strafe begriffen werden. Denn sie sind die Hüllen unserer Geschichte und auch der Geschichten der Menschen, die darin gelebt haben. Die Erhaltung muss für alle Eigentümer tragbar sein und durch Förderprogramme, die auch wirtschaftsfördernd wirken, unterstützt werden.
• die Denkmalbehörden auf Landes- und Kreisebene mit den erforderlichen personellen und finanziellen Mitteln auszustatten, damit sie die gesetzlich verankerten Aufgaben erfüllen können. Dazu gehört z. B. die immer noch nicht abgeschlossene Erfassung denkmalwürdiger Gebäude im ganzen Land.
• die Qualität in der Architektur und in der Stadtplanung zu garantieren. Es geht uns neben dem historischen Bestand auch um die Neubebauung. Dabei sind Erhaltungs- und Gestaltungssatzungen unverzichtbar. Für öffentliche Gebäude müssen Wettbewerbe zwingend vorgeschrieben werden, um Qualität und Kosten zu optimieren.
Husum, am 23. April 2010
Hans-Georg Hostrup, Vorsitzender
Die vorstehende Resolution wird unterstützt von folgenden Verbänden und Institutionen:
Interessengemeinschaft Bauernhaus. e.V. (IGB) Am Sande 2, 28865 Lilienthal (6.500 Mitglieder, bundesweit),
Dr. Dietrich Maschmeier, Vorsitzender
Verein Nordfriesisches Institut e.V. (Mitgliederversammlung) Süderstr. 30, 25821 Bräist/Bredstedt, Thede Boysen, Vorsitzender
Heimatbund Landschaft Eiderstedt e.V. Altes Rathaus, 25836 Garding, Hans Meeder, Vorsitzender
Museum der Landschaft Eiderstedt Olsdorfer Str. 6, 25826 St. Peter-Ording, Dr. Dieter Undeutsch, Vorsitzender
Landschaft Stapelholm e.V. Verein zur Förderung von Landschaft, Dorf und Kultur, Eiderstraße 5, 24803 Erfde-Bargen, Arno Vorpahl, Vorsitzender
Tourismus Zentrale Eiderstedt e. V. Markt 26, 25836 Garding, Ranjet Biermann, Vorsitzender
Interessengemeinschaft Baupflege (IGB) Angeln e.V., Hoheluft 1, 24881 Nübel, Berndt Lassen, Vorsitzender
Förderverein für Kunst und Kultur e.V. Altes Rathaus Garding, Klaus Dreyer, Vorsitzender
Eiderstedter Forum Norderstr. 11, 25881 Tating, Beate Leibrandt, Vorsitzende
Die Gemeinden der Ämter Nordsee-Treene, Kropp-Stapelholm und Eiderstedt setzen sich für den Erhalt traditioneller ländlicher Gebäude ein. „Wir wollen Gebäudeeigentümer beraten und ihnen ermöglichen, von einer Förderung zu profitieren“, teilte Katja Andresen, Regionalentwicklerin beim Amt Eiderstedt am Montag mit. Ziel sei es, die historische Baukultur auf dem Land zu erhalten. Aus diesem Grunde haben die Ämter das Projekt „Erhalt der Baukultur in den Landschaften Eiderstedt und Stapelholm“ ins Leben gerufen. Mit diesem Projekt sollen die Eigentümer von landschafts- und ortsbildprägenden Gebäuden bei der Beantragung von Fördermitteln unterstützt werden, um ihnen die Finanzierung notwendiger Baumaßnahmen zu erleichtern.
„Die Erhaltung der Gebäude ist für die Eigentümer mit erheblichen Kosten verbunden“, erklärte Andresen. Daher werde beim Sanieren und Umbauen häufig auf kostengünstige Baumaterialien und Bauweisen ausgewichen, wodurch das Gebäude oft Besonderheiten einbüße und Charme verliere. Sichtbare Beispiele dafür gebe es viele. Dazu gehört der Austausch der Reeteindeckung durch Blech oder Wellplatten, die Verkleidung von altem Mauerwerk mit Dämmplatten oder der Einbau von Fenstern, die nicht im Einklang mit dem Baustil des Gebäudes stehen, so Andresen.
Ein weiteres Problem sei, dass viele historische Gebäude nicht mehr den heutigen Nutzungsansprüchen genügen. Die dringend notwendigen Modernisierungen unterbleiben aber häufig aufgrund der hohen Investitionskosten. Davon seien nach Auskunft der beteiligten Ämter historische Gebäude in der Landwirtschaft besonders stark betroffen, da für diese eine neue kostendeckende Nutzung nur schwer zu finden ist. In Folge dessen drohe häufig Leerstand und Verfall von Bausubstanz. „Diese Entwicklung führt zu einem schleichenden Verlust der besonderen Eigenart und Identität des Landschaftsbildes mit negativen Folgen für den Tourismus, der für den ländlich geprägten, strukturschwachen Raum der Landschaften Eiderstedt und Stapelholm aber eine hohe Bedeutung hat“, ist sich Regionalmanagerin Henriette Thomas von der Eider-Treene-Sorge GmbH sicher.
Diesen negativen Entwicklungen wollen die Gemeinden der Ämter Nordsee-Treene, Kropp-Stapelholm und Eiderstedt mit ihrem innovativen Projekt zum Erhalt der ländlichen Baukultur entgegenwirken. Die Initiative überhaupt ein solches Projekt zu initiieren kam von den 3 Vereinen Förderverein Landschaft Stapelholm, Heimatbund Landschaft Eiderstedt und Interessensgemeinschaft Baupflege Nordfriesland und Dithmarschen.
Für ihr Projekt wollen sich die Ämter besonders auf das Förderprogramm „Zukunftsprogramm Ländlicher Raum“ des Landes Schleswig Holstein konzentrieren. In diesem Programm stehen Fördergelder der Europäischen Union zur Verfügung. An der Auswahl der Förderprojekte sind die 21 AktivRegionen in Schleswig-Holstein maßgeblich beteiligt, unter anderem auch die AktivRegionen „Eider-Treene-Sorge“ und „Südliches Nordfriesland“.
Bevor allerdings die ersehnten Fördermittel fließen können, ist ein Antragsverfahren zu absolvieren. Dabei ist zu prüfen, ob die Projekte auch die speziellen Förderkriterien erfüllen. Auch aus diesem Grund sei das Projekt initiiert worden. „Wir wollen Hauseigentümer von landschafts- oder ortsbildprägenden Gebäuden bei der Suche nach geeigneten Förderprogrammen und der Antragstellung unterstützen“. Mit diesem Satz beschrieb Katja Andresen die Projektziele.
Der Erhalt der Häuser gehe einher mit dem Erhalt der Kulturlandschaften Eiderstedt und Stapelholm, deren Kennzeichen die besonders große Vielzahl an historischen Bauwerken ist, erklärte Henriette Thomas von der Eider-Treene-Sorge GmbH. „Dazu gehören die drei in Schleswig-Holstein typischen Bauernhaustypen Haubarg, Querdielen- und Fachhallenhaus, die überwiegend mit Reet eingedeckt sind. Aber auch viele Kirchen, Schleusen, Mühlen, historische Gasthäuser und Werkstätten sind weitere Zeugen der Kulturgeschichte.“ Diese Bauwerke prägen eine einzigartige Kulturlandschaft, die vielen Menschen einen attraktiven Lebens– und Erholungsraum bietet.
Eigentümer solcher Gebäude, die in den Landschaften Eiderstedt oder Stapelholm stehen, konnten sich schriftlich bis zum 12. November 2010 um eine Teilnahme am Projekt bewerben. Fachliche Fragen beantwortet Ihnen Herr Günther vom Planungsbüro RegionNord unter 04821/600838.
In das Projekt aufgenommen werden alle Bewerbungen mit Gebäuden, die landschafts- und ortsbildprägend sind.
Text aus der Pressemitteilung
Ansprechpartner: Frau Katja Andresen, Regionalentwicklung Eiderstedt, Tel.: 04862/10 00 422
Bericht in den Husumer Nachrichten zum Thema
Der Ehrenvorsitzende der Interessengemeinschaft Baupflege (IGB) Nordfriesland & Dithmarschen e. V. Gerd Kühnast feierte seine 75. Geburtstag.
Geboren wurde er am 26. Oktober 1936 in der Hattstedtermarsch. Auf der kleinen Bauernstelle seiner Eltern wuchs er mit vier Geschwistern auf. Er studierte an der damaligen Pädagogischen Hochschule Flensburg mit Schwerpunkt Biologie. Er war sodann Lehrer im Kirchspiel Viöl, auf Nordstrand, von 1963 bis 1967 auf Oland und schließlich bis 1992 in Bredstedt. Er lebt mit seiner Frau Swaantje in Husum, sie haben vier erwachsene Kinder.
Gerd Kühnast ist eine zentrale Figur in der Baupflege.
Das kam so: In Nordfriesland veränderte sich in den ersten Nachkriegsjahrzehnten das Gesicht der bis dahin gewachsenen ländlichen Baukultur dramatisch. Reetdächer wurden durch Blech oder Well-Asbest, Sprossenfenster durch großflächige Panoramascheiben ersetzt. Die Flurbereinigung führte zu Aussiedlungen von Bauernhöfen. Viele alte Bauernhäuser mussten abgerissen werden. Schmerzlich musste Gerd Kühnast in seinen Oländer Jahren miterleben, wie ohne Rücksicht auf kulturelle Belange ein Großteil der alten Hallighäuser abgebrochen und durch Neubauten ersetzt wurde. Das 1965 eröffnete Freilichtmuseum in Molfsee empfand er damals lediglich als hilflose Reaktion auf den Schwund der ländlichen Baukultur, als Notbehelf.
1979 nahm Gerd Kühnast am Friesenkongress auf Sylt teil. Hier kam der „bauhistorische Stein“ ins Rollen.
Prof. Dr. Carl Ingwer Johannsen sprach zum Thema „Bauen und Bewahren“ und brachte die Zerstörung des ländlichen Kulturerbes ins Bewusstsein. Auf der Heimfahrt im Zug wurde das Thema weiterdiskutiert und schon ansatzweise die Idee geboren, an die 1908 gegründete Baupflege in Tondern anzuknüpfen und öffentlich für die Erhaltung der historischen Gebäude und für ein angepasstes Neubauen zu werben. Im Nordfriisk Instituut bildete sich am 18. März 1980 eine entsprechende Arbeitsgruppe. Sie wählte Gerd Kühnast zum Vorsitzenden. Die IGB war gegründet.
Der IGB gelang es, die Husumer Nachrichten für die Unterstützung Ihrer Anliegen zu gewinnen. Die Serie „Bauen und Bewahren in Nordfriesland“ führt der IGB viele Mitglieder zu. 1981 erschien die Erstausgabe einer eigenen Fachzeitschrift, Der Maueranker. Er gehört zur IGB wie der First auf jedes Haus. Federführend ist Gerd Kühnast.
1983, zugleich mit einer Aktion zur Haubarg-Rettung, begann die IGB mit einer Kartierung der erhaltenswerten Gebäude in den nordfriesischen Gemeinden. Diese wurde später von der Denkmalschutzbehörde zur Erstellung einer Denkmalkartei und vom Kreisbauamt für die Bearbeitung von Bau- und vor allem von Abbruchanträgen herangezogen.
Im Jahre 1984 erschien der erste Band der IGB-Schriftenreihe. Als aktuelles Werk liegt vor:
Gerd Kühnast (Hrsg.): „Der First ist immer oben. 25 Jahre Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland“.
Auch bereits 1984 wurd das Engagement der IGB mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz, der Silbernen Halbkugel, ausgezeichnet. Im Jahre 1992 konstituierte sich die IGB als eigener Verein, 2004 dehnte sich dieser auf Dithmarschen aus.
Die Aktivitäten der IGB waren und sind vielfältig: Exkursionen in benachbarte Gebiete, Kampagnen zur Rettung bedrohter Gebäude vor dem Abbruch, oft in letzter Minute, intensive Hausforschung auch mit dendrochronologischer Altersbestimmung, Aufklärungs- und Beratungsgespräche mit Besitzern historischer Gebäude und mit Bauherren, Ausstellungen, Seminare und Vorträge. Bei all dem ist Gerd Kühnast als Impulsgeber, Organisator und Mitwirkender ständig im Einsatz. Durch eine von ihm initiierte Unterschriftenaktion ist es zum Beispiel gelungen, das historische Husumer Rathaus vor dem Verkauf zu bewahren.
Gerd Kühnast hat sich von Anbeginn an als Streiter zum Erhalt der überlieferten Baukultur den Schutz der historischen Gebäude auf die Fahne geschrieben. Er hat mit seinem großen Herzen für diese liebens- und schützenswerten Gebäude, mit seinem unermüdlichen Einsatz und ungebrochenen Willen zum Erhalt dieser geschichtlichen Zeitzeugen wahre Pionierarbeit geleistet.
Ohne sein Engagement wäre in Sachen Baukultur in den letzten Jahrzehnten so manches unwiederbringlich verloren gegangen. 2001 erhielt er den Hans- Momsen-Preis des Kreises Nordfriesland. Er ist Ehrenmitglied des Institutsvereins.
Seit 2008 ist Gerd Kühnast Ehrenvorsitzender der IGB. Dem Mann der ersten Stunde gelten unsere herzlichsten Glück- und Segenswünsche für die kommenden Jahre, verbunden mit Dankbarkeit für seine herausragenden Leistungen.
Hans-Georg Hostrup
(Vorsitzender der IG Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen e.V.